Geschichte
Jung, mit einer Vergangenheit
Flämisch-Brabant ist die jüngste Provinz und ging am 1. Januar 1995 aus der Teilung von Brabant in Brüssel, Wallonisch-Brabant und Flämisch-Brabant hervor. Gleichzeitig ist Flämisch-Brabant - als Erbin des Herzogtums Brabant - sehr alt.
Anfang des 11. Jahrhunderts errichtete Graf Lambert ein Schloss in Leuven. Seine Nachkommen erweiterten das Gebiet zu Brabant. Gottfried I. fügte Antwerpen hinzu und erhielt 1106 den Titel eines Herzogs. Ca. 180 Jahre später eroberte Jan I. von Brabant das heutige Nordbrabant.
Im 14. Jahrhundert wurde - wie in Flandern - die Grundlage für eine städtische Zivilisation auf der Basis von Handel und Industrie geschaffen. Der Rest der Niederlande und der Großteil Europas blieben arm und agrarisch. In diesem für Brabant goldenen Jahrhundert zählte Leuven bereits 20.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Antwerpen waren dies nur 5.000. Dies war eine Glanzzeit für Brabant, in der unter anderem die imposante Brabanter Gotik, wie beispielsweise im Rathaus von Leuven, entstand.
1430 gelangte das Herzogtum in die Hände von Philipp dem Guten, der auch Graf von Flandern war. Brabant teilte ab dann die Geschichte von Burgund und später der Habsburger. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Herzogtum kleiner. 1795 wurde es schließlich in die Provinzen Antwerpen und Brabant aufgeteilt.
Der Provinzrat von Brabant tagte zum ersten Mal am 6. Oktober 1836.
1962 wurde das Hoheitsgebiet der Provinz anlässlich der Festlegung der Sprachgrenze erheblich erweitert. Aus Hennegau kamen Bever und Sint-Pieters-Kapelle (Stadtviertel von Herne) hinzu, aus Lüttich stammen Landen, seine späteren Stadtviertel und Neerhespen (Stadtviertel von Linter). 1977 wurde Muizen an die Provinz Antwerpen abgetreten.
Am 1. Januar 1995 wurde die Provinz Brabant infolge der Staatsreform in Brüssel, Wallonisch- und Flämisch-Brabant aufgeteilt. Flämisch-Brabant wählt Leuven zur Hauptstadt der Provinz.
2003 zog die Provinzverwaltung in das neu errichtete Verwaltungsgebäude ein.
